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Presse / News
Saison 2011/ 2012

Mannschaftskader 2011/2012






Arie van Lent kann mit seinen 40 Jahren auf viele Erfahrungen bauen, wenn er am Freitag als Trainer der Offenbacher Kickers mit dem Auswärtsspiel beim 1. FC Heidenheim in die neue Saison startet. Mit Arie van Lent sprachen unsere Redaktionsmitglieder Christian Düncher und Jochen Koch.

Herr van Lent, ist es für Sie eine besondere Herausforderung, einen Verein zu trainieren, der sein Saisonziel zuletzt dreimal in Folge nicht erreicht hat?

Ich glaube, die Anhänger werden diese Saison wieder hoffen, dass wir in die 2. Liga kommen. Intern haben wir andere Ziele. Das ist natürlich auch eine Folge der wirtschaftlichen Situation. Wir haben versucht, die sportlichen Wünsche mit den finanziellen Möglichkeiten in Einklang zu bringen. Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen.

Wie lautet die interne Zielsetzung?

Wir wollen den Anschluss nach oben nicht verlieren.

Haben Sie sich darüber erkundigt, was in der vergangenen Saison schief gelaufen ist?

Aufgrund der Sachen, die hier im vergangenen halben Jahr passiert sind, hat der Verein ein ganz schönes Problem gehabt. Fans, Spieler, Trainer, Vorstand - alles hat nicht mehr so gepasst, wie man sich das gewünscht hat. Da waren am Ende vielleicht sogar alle froh, als die Saison vorbei war. Jetzt gibt es wieder einen Neuanfang - mit einer veränderten Mannschaft.

Sehen Sie diesen Neuanfang auch als Chance?

Wenn alle mitziehen, ist das immer eine Chance. Die Fans haben natürlich die gleichen hohen Ziele wie in den letzten Jahren, was ja auch okay ist. Aber sie sollen daran denken, dass nicht immer alles von selbst läuft.

Wann würden Sie von einer erfolgreichen Saison sprechen?

Es muss allen bewusst sein, dass der Aufstieg nicht unser Ziel sein kann. Vielleicht sind wir für eine Überraschung gut. Wenn alles passt und wir von Verletzungen verschont bleiben, ist vielleicht alles möglich. Aber vorrangig soll der Verein zur Ruhe kommen, wieder Harmonie zwischen Fans, Mannschaft, Trainer und Vorstand entstehen. Dann könnte man im zweiten Jahr die Mannschaft gezielt verstärken und einen Schritt nach vorne machen.

Welche Perspektiven hat Ihnen der Verein aufgezeigt?

Mir wurde von vornherein gesagt, dass ein Umbruch stattfinden muss. Das alles war mir in diesem Maße bewusst.

Wie würden Sie sich als Trainertyp charakterisieren?

Ich nehme nicht alles bitterernst, mache mir aber unheimlich viele Gedanken über die Mannschaft. Ich lasse den Jungs Freiheiten. Aber sobald es losgeht, zählt nur noch Kickers Offenbach - und dann sollte jeder mitmachen. Eine gewisse Lockerheit gehört aber auf alle Fälle dazu.

Gab es in Ihrer Karriere als Spieler auch Trainer, die Sie besonders geprägt haben?

Interessant fand ich vor allem die Zusammenarbeit mit Hans Mayer in Mönchengladbach. Er hat sich viel mit Fußball beschäftigt, war ironisch und hat die Spieler schon mal ein bisschen veräppelt. Wenn Konzentration gefragt war, konnte er aber natürlich schon sauer werden.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie wegen der heruntergeschraubten Erwartungshaltung einen sichereren Job als Ihre Vorgänger haben?

Ich kenne die Automatismen des Geschäfts. Doch ich denke, es ist ganz angenehm, mit mir zusammenzuarbeiten. Wenn man mich und meine Ziele kennt, dann müsste meine Tätigkeit hier doch länger dauern als 13 Monate.

Jede Mannschaft braucht Führungsspieler. Wer ist das beim OFC?

Torwart Robert Wulnikowski hat diese Rolle alleine schon aufgrund seiner Leistung, Sead Mehic aufgrund seines Alters und seiner Erfahrung. Oder Elton da Costa und Markus Husterer. Aber sie müssen sich auch bewusst sein, dass sie vorangehen müssen. Nur diese Rolle haben wollen und dann nichts zeigen, das geht nicht.

Der OFC hat den Kader deutlich verjüngt. Ist das ein Risiko?

Klar, wir mussten auf das Geld achten und konnten deshalb keine erfahrenen Spieler holen. Aber man hat auch gemerkt, dass manche junge Spieler vielleicht auch etwas gewillter waren, noch etwas zu erreichen.

Wie beurteilen Sie den Torwartbereich beim OFC?

Robert Wulnikowski ist absolut gesetzt, auch wenn wir dahinter in Maurice Paul einen jungen Mann haben, der sehr fleißig ist und natürlich hofft, mal seine Chance zu bekommen.

Ist es ein Risiko, mit einem 19-Jährigen als Nummer zwei in die Saison zu gehen?

Ob es ein Risiko ist, werden wir erst sehen, wenn er gespielt hat. Aber wir gehen am besten davon aus, dass sich Robert Wulnikowski nicht verletzt. Das wäre für alle am besten.

Wie gut sind Sie in der Abwehr aufgestellt?

Links sind wir ein bisschen dünn besetzt in der Viererkette. Wir haben zwar Baris Odabas, der sehr fleißig ist, aber noch unheimlich viel lernen muss. In der Innenverteidigung haben wir vier Leute: Lamprecht, Husterer, Stadel und Kleineheismann. Rechts sind Hickl und Telch die Kandidaten.

Im Mittelfeld gibt es für die beiden defensiven Positionen im Zentrum vier Kandidaten.

Wir haben Nico Feldhahn, Sead Mehic, Daniel Henrich und Daniel Gunkel. Davon können nur zwei spielen, das macht die Sache interessant.

Wie sieht es auf den Außenbahnen und zentral aus?

Links haben wir André Hahn, rechts Lars Bender. In Elton da Costa haben wir einen echten Zehner, der auch durch seine Standards gefährlich ist. Er wittert die Chance, wieder dorthin zu kommen, wo er mal war.

Kann da Costa die lange Phase ohne Wettkampfpraxis, bedingt durch häufige Verletzungen, abschütteln?

Das ist schwer und war vergangene Saison die Problematik. Es ist für ihn das Wichtigste, dass er wieder Wettkampfpraxis bekommt.

Ist der Angriff eine Problemzone oder mit dem jungen Pascal Testroet gut besetzt?

Er weiß mit 20 Jahren genau, was er will, hat alle Jugend-Nationalteams durchlaufen und seine Qualitäten. Mir ist aber auch bewusst, dass er aktuell auf dieser Position der Einzige ist, weil die anderen Stürmer verletzt oder noch nicht wieder fit sind. Es ist ein schmaler Grat und könnte eine Baustelle werden.

Welchen Einfluss hat die Stadion-Baustelle auf die Saison?

Das weiß ich nicht. Was mich freut ist, dass die Waldemar-Klein-Tribüne zum Saisonstart stehen soll und somit das Stadion wieder geschlossen ist. Ich habe bei der Konkurrenz schon mal in einem halbfertigen Stadion gespielt. Uns hat das damals nicht geschadet, vielleicht ist es ja auch die Vorfreude, dass das Ding bald fertig ist.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Ramon Berndroth und Michael Sternkopf?

Man sieht sich regelmäßig. Oder wir telefonieren. Ich denke, Ramon hat die meiste Erfahrung, ich ein wenig, und für Michael ist alles komplettes Neuland. Man merkt aber, dass er Woche für Woche in die Aufgabe wächst. Das Team passt sehr gut.

Wie beeinflusst der wirtschaftliche Faktor ihre Arbeit? Wurden Ihnen alle Wünsche erfüllt?

Man muss sagen, dass die Verantwortlichen um Thomas Kalt versucht haben, mir alles zu ermöglichen. Und wenn es finanziell mal eng wurde, wurde dies immer ehrlich kommuniziert.

Auf welchem Platz landet der OFC am Ende der Saison?

Ich weiß es nicht. Aber ich hoffe, es wird zu allseitiger Zufriedenheit sein.

Wie schätzen Sie die Entwicklung der 3. Liga ein?

Die Liga ist sehr ausgeglichen. Offenbach hat letztes Jahr sehr viel Geld investiert und war trotzdem nicht in der Lage, die Liga zu beherrschen. Es hängt also nicht immer vom Geld ab.

Die Vereine waren dieses Jahr sehr zurückhaltend. Es gab kaum Zugänge aus der 2. oder gar 1. Liga. Ist das ein Trend?

Ja, das Geld wird knapp. Die Gehälter wurden zwar gekürzt, sind aber immer noch hoch. Die Fernsehgelder sind in der 3. Liga schon sehr gering. Man braucht finanzstarke Sponsoren. Und wenn mal einer oder zwei im Jahr abspringen, dann haben die Vereine Probleme.


 


    Heidenheim - OFC














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